Pater Andreas Endl

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Die Unbefleckte Empfängnis

Im Jahr 1858 erscheint Maria in Lourdes dem Mädchen Bernadette Soubirous. Bei ihrer Erscheinung am 25. März antwortet sie, nach ihrem Namen gefragt, und sagt: "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis". Etwa vier Jahre zuvor, am 8. Dezember 1854, hatte Papst Pius IX. diese Wahrheit feierlich zum Dogma erhoben: Maria ist die "Unbefleckte Empfängnis".

Das heißt: Maria ist von Anfang an, vom Zeitpunkt ihrer Empfängnis an, ganz ohne Sünde gewesen. Sie hat nie den Makel der Erbschuld an sich getragen. "Alles an dir ist schön, meine Freundin, und kein Makel haftet dir an." (Hohel 4,7)

Es gab Heilige, die schon im Mutterschoß von der Erbsünde gereinigt wurden. Die meisten Menschen werden erst nach der Geburt geheiligt durch die Taufe. Doch kein Mensch außer Maria ist jemals von Anfang an von jeder Ansteckung durch die Sünde bewahrt geblieben. Dieses einzigartige Privileg wurde Maria zuteil, weil sie zur Mutter Gottes ausersehen war. Sie sollte der reine und heilige Tempel sein, in dem Gott Mensch wurde, das zweite Paradies, in dem der "neue Adam" Christus zur Welt kam.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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In den Himmel aufgenommen

Tod und Verwesung gehören zu den Strafen, die auf der Menschheit wegen der Erbschuld lasten. "Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot verzehren, bis du zum Ackerboden wiederkehrst, von dem du genommen bist. Denn Staub bist du, und zum Staube sollst du heimkehren!" (1Mos 3,19)

Maria war ohne jeden Makel der Sünde. Darum war sie auch frei von der Sündenstrafe. Maria hätte nicht sterben müssen. Es gibt jedoch Überlieferungen über ihren Tod. Da ihr Sohn freiwillig sein Leben gab für die Sünder, wollte sie es ihm gleichtun. Doch konnte sie, die Unbefleckte, die Mutter Gottes, ebenso wenig im Grab liegen bleiben und verwesen wie Christus, der völlig Schuldlose. "Denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis und lässt deinen Heiligen Verwesung nicht schauen." (Ps 16.10)

Wie Christus aus dem Grab auferstand und als Sieger zum Himmel fuhr, so weckte er auch sie aus dem Grab wieder auf und nahm sie zu sich in den Himmel. Darum verkündete Papst Pius XII. im Jahr 1950 dieses Dogma: "Maria ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden." Wir feiern dieses Geheimnis jedes Jahr am 15. August.

Maria Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden

"Es standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena." (Joh 19,25)

Maria schenkte der Welt den Erlöser. Ohne sie, seine Mutter, wäre er nicht zur Welt gekommen. Sie begleitete ihn sein ganzes Leben hindurch bis zu seinem Tod am Kreuz. Sie stand unter dem Kreuz, um mit ihm zu opfern, und sie empfing seinen gemarterten Leib in ihrem Schoß, als er vom Kreuz herabgenommen wurde. So wie sie den Sohn Gottes einst in ihrem Schoß empfangen hatte, so empfing sie jetzt den toten Erlöser und mit ihm die Früchte der Erlösung, um sie an die Menschen auszuteilen.

Maria war die Gehilfin des Erlösers Jesus Christus auf Erden. Sie ist jetzt die Gefährtin seiner Herrlichkeit im Himmel. "Eine Königstochter steht da in deinem kostbaren Schmuck: die Gemahlin zu deiner Rechten in Ophir-Gold." (Ps 45,10)

Als Königin des Himmels und der Erde verfügt sie über alle Reichtümer. "Der König Salomo gab der Königin von Saba alles, wonach sie begehrte und verlangte, abgesehen von dem, was er ihr bereits, entsprechend der Möglichkeit eines Königs Salomo, geschenkt hatte." (1Kön 10,13) Die Gnaden Gottes, der Schatz des Erlösungswerks Christi, alles gehört ihr, damit sie freigiebig davon austeilt.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Das Unbefleckte Herz Mariens

"Ein großes Zeichen erschien am Himmel: eine Frau, mit der Sonne umkleidet, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen." (Offb 12,1)

Genauso, wie der heilige Johannes in seiner Offenbarung die "Frau" beschreibt, erschien die Jungfrau Maria im Jahr 1917 drei Kindern im portugiesischen Fatima. Zur Seherin Lucia sagt sie am 13. Juni: "Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen."

Sie nennt den Zweiten Weltkrieg als ein Zeichen, "das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des heiligen Vaters strafen wird". Um die Welt zu retten, nennt sie zwei Heilmittel: den täglichen Rosenkranz und die Verehrung ihres Unbefleckten Herzens.

"Um das zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu fordern. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein. Wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden; am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und eine Zeit des Friedens wird der Welt geschenkt werden." Auf diese Zeit dürfen wir uns freuen, diese Zeit des Friedens, die eine Zeit Mariens sein wird.

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Was ist die katholische Tradition?

So wenig, wie sich ein Baum von seinen Wurzeln und seinem Stamm trennen kann, so wenig können wir uns vom Glauben der Apostel und ihrer Nachfolger trennen.

Wir müssen glauben, was sie geglaubt haben, was in der Kirche immer, über all die Jahrhunderte geglaubt wurde. Wir müssen das tun, was sie getan haben, was in der Kirche über all die Jahrhunderte immer getan wurde.

Nur so bleiben wir in Verbindung mit dem Samenkorn, Christus, nur so bleiben wir lebendige Blätter am Baum der Kirche, nur so werden wir blühen und Früchte bringen.

Das ist die katholische Tradition.

Ebenso ist es mit der katholischen Kirche.

Ihr Same ist unser Herr Jesus Christus. "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht." (Joh 12,24)

Ihre Wurzeln sind die zwölf Apostel mit ihrem Oberhaupt, dem heiligen Petrus. Der Stamm sind die Nachfolger der Apostel, die Bischöfe, mit ihrem Oberhaupt, dem Nachfolger des heiligen Petrus, dem Papst.

Die Äste sind die Teilkirchen, die Diözesen und Ordensgemeinschaften. Die Zweige sind die Gemeinden und Pfarreien.

Ihre Blätter sind die Gläubigen, ihre Blüten die Heiligen, ihre Früchte die Seligen des Himmels.

Der neue Messritus von 1969 stellt nach dem Urteil der Kardinäle Ottaviani und Bacci ,,sowohl im Ganzen wie in den Einzelheiten ein auffallendes Abrücken von der katholischen Theologie der hl. Messe dar". Kard. Ottaviani und Bacci in "Kurze kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae", Rom 25.Sept.1969

Dies war das Ergebnis der "Bemühungen" der Umgestalter der Liturgie:

"Wir müssen aus unseren katholischen Gebeten und der katholischen Liturgie alles entfernen, was nur den Schatten eines Anstoßes bilden kann für unsere getrennten Brüder, d.h. für die Protestanten." Bischof A. Bugnini, Osservatore Romano, 19. März 1965

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Tagebücher von Kardinal Antonelli

Vor kurzem sind die Tagebücher von Kardinal Antonelli veröffentlicht worden, der in der Kommission zur Neugestaltung der Liturgie mitarbeitete. Die Zeitschrift "30 Tage" schreibt darüber:

"Die "offizielle" Geschichte der "Liturgiereform" nach dem II. Vatikanischen Konzil war bisher nur in dem Monumentalwerk La riforma liturgica (1948-1975) von Erzbischof Annibale Bugnini, einer der Leitfiguren der Reform, vor allem in der Zeit unmittelbar nach dem Konzil, nachzulesen. Das 1980 in Rom veröffentlichte Werk ist voll des Lobes darüber, wie die Liturgiereform nach dem Konzil durchgeführt wurde. Nun ist zur Vervollständigung und kritischen Korrektur dieser Rekonstruktion das Werk Il Card. Ferdinando Antonelli e gli sviluppi della riforma liturgica dal 1948 al 1970 erschienen. Es enthält unveröffentlichte Schriften des Würdenträgers, der ebenfalls, vor allem bis zum Ende des Konzils, zu den Leitfiguren der Reform gehörte. Die Sammlung ist Werk eines jungen Kapuziners aus den Abruzzen, Pater Nicola Giampietro, der seit zwei Jahren in der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung arbeitet. Das Buch ist in der renommierten Reihe Studia anselmiana (Rom 1998) erschienen, welche die Päpstliche Hochschule für liturgische Studien Sant'Anselmo herausgibt. Im Juni haben der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Kardinal Jorge Arturo Medina Estévez, der Propräses des Päpstlichen Liturgieinstituts von Sant'Anselmo, der Benediktiner Cassian Folsom und der Liturgiehistoriker Jean Evenou "die maßgebliche Studie" (wie der Osservatore Romano das Werk bezeichnet hat) vorgestellt.

Aus Note sulle Adunanze del Consilium 1964, Nr. 1: "Ich bin von den Arbeiten nicht begeistert. Ich bedaure, dass die Zusammensetzung der Kommission verändert wurde: Sie besteht nun aus einem Haufen von inkompetenten, progressistischen Mitgliedern. Dies zeigt sich in äußerst voreiligen Diskussionen, in Diskussionen rein auf der Grundlage von Eindrücken und in chaotischen Abstimmungen. Am meisten bedaure ich aber, dass die erklärenden Promemorien und die entsprechenden Fragestellungen stets sehr progressistisch und oft suggestiv sind. Die Leitung ist schwach. Bedauernswert ist der Umstand, dass immer wieder Art. 36 § 4 zur Debatte steht. Bischof [Johannes] Wagner war besorgt. Ich bedaure, dass Fragen, die in sich vielleicht gar nicht so wichtig, aber folgenschwer sind, von einem Organ erörtert und entschieden werden, das so arbeitet. Die Kommission oder das "Consilium" besteht aus 42 Mitgliedern: Gestern abend waren wir zu dreizehnt, also nicht einmal zu einem Drittel versammelt" (ebd. S. 228-229).

Weiter unten heißt es in den Note sulle Adunanze del Consilium" 1964, Nr. 1: "1. Inhalt und Form der Instructio liegen noch im Rohbauvor; 2. statt Bugnini, dem es nicht so gut geht, hat P. [Carlo] Braga großenteils die Artikel durchgelesen. Doch er hat sie nur überflogen, und seine Erklärungen waren trocken und unsympathisch; 3. alle hier gemachten Vorschläge werden einfach gebilligt, weil dies das Arbeitsklima des Consilium ist; 4. man bemüht sich, möglichst schnell voranzukommen, und lässt keine Zeit zum Nachdenken; 5. weiterhin gilt es zu bedenken, dass der Text verteilt wurde und man sich sofort an seine Untersuchung machte, ohne überhaupt Zeit zum Nachdenken zu haben; 6. schließlich frage ich mich, ob auch nur einige der Änderungen von Nr. 51 über den Ordo Missae, glücklich sind, wenn man später bei der Revision des gesamten Ordo Missae wieder darauf zurückkommen muss. Dies ist eine äußerst wichtige Frage. Man dürfte hier keine voreiligen Entscheidungen fällen. Aber die Gemüter sind erhitzt, und man will unbedingt vorankommen" (ebd. S. 229).

Aus dem Tagebuch (20. Juni 1964): "Betrachtet man diese drei Tage, muss man zunächst erkennen, dass gründlich gearbeitet, dass viel getan wurde. Andererseits bedaure ich aber: 1. den zu innovatorischen Geist; 2. den Tenor der Diskussionen, die oft zu hastig und manchmal chaotisch verlaufen; 3. dass der Vorsitzende [Kardinal Giacomo Lercaro] nicht jeden zu Wort kommen lässt und nicht jeden nach seiner Meinung fragt. Kurz und gut, die zu beantwortenden Fragen sind schwerwiegend. Ich weiß nicht, ob dies der rechte Augenblick dafür ist" (ebd. S. 230). Ebenfalls aus dem Tagebuch (30. April 1965): "Heute um 12 Uhr 30 ging die Sitzung des Consilium ad exsequendam Constitutionem zu Ende. Es war eine konstruktive Sitzung. Aber ihr Geist gefällt mir nicht. Die kritische Einstellung und Ungeduld gegenüber dem Heiligen Stuhl können nicht zu einem guten Ende führen. Das Ganze ist eine rationalistische Studie über die Liturgie und nicht von der Sorge um die wahre Frömmigkeit getragen. Ich fürchte, dass man eines Tages über diese Reform sagen wird, was man zur Zeit Urbans VIII. über die Hymnenreform sagte: Accepit latinitas recessit pietas; das heißt hier, accepit liturgio recessit devotio. Hoffentlich habe ich mich getäuscht" (ebd.S.234).

…An einer bestimmten Stelle seines, Tagebuchs rekonstruiert Antonelli einen heiklen Augenblick der Liturgiereform. Als Kardinal Alfredo Ottaviani den neuen Ordo Missae und die im Anhang befindliche Instruktion kritisiert, sickert die Nachricht in der Presse durch und löst im Vatikan Panik aus. Im Tagebuch (31. Oktober 1969) schreibt Antonelli: "Die Frage des Ordo Missae ist bemerkenswert. Die Fakten: Vor einigen Tagen sagte der Salesianer P. [Alfons Maria] Stickler zu mir, Kardinal [Alfredo] Ottaviani habe eine theologische Kritik am Ordo Missae und seiner Instructio im Anhang vorbereitet. Dann erschien die Nachricht in den Zeitungen. Msgr. [Sebastian] Laboa sagte mir, der Papst habe Kardinal [Franjo] Seper [dem Präfekten der Glaubenskongregation] einen zweiseitigen Brief geschrieben mit der Aufforderung, die Frage zu prüfen. Kardinal Seper sprach beunruhigt darüber mit Kardinal [Benno] Gut [dem Präfekten der Ritenkongregation]; beide sprachen zutiefst erschüttert mit P. Bugnini" (ebd. S. 259). "Gestern morgen konnte mir Msgr. Laboa mehr dazu sagen. Er sagte mir, Kardinal[Staatssekretär Jean] Villot habe vor einigen Tagen Bugnini geschrieben, alles bezüglich des Ordo Missae zu stoppen. Msgr. Laboa habe den Brief gesehen. Warum dann, frage ich mich, die unerwartete Veröffentlichung der Instructio? Gestern sagte Msgr. Laboa zu mir, Msgr. Benelli habe P. Bugnini aufgefordert, die Instructio, die schon seit einiger Zeit fertiggestellt war, sofort zu veröffentlichen, um die Pressekampagne im Keim zu ersticken."

(30 Tage Nr. 11 – 1998)

Quelle: Archiv der Herz Jesu Franziskaner. Überarbeitet von Andreas Endl

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Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage eines sehr bekannten Fachmanns für Liturgie:

"Eine Aussage können wir mit Sicherheit treffen, nämlich dass der Neue Messritus, wie er jetzt herausgekommen ist, von der Mehrheit der Konzilsväter nicht gebilligt worden wäre." Louis Bouyer, zitiert bei Prof. Klaus Gamber, Die Reform der römischen Liturgie

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